Leben in Theatergarderoben

Es ist ja nicht so, dass wir 10 Minuten vor einem Auftritt schnell in den Backstagebereich hecheln, schnell was ins Mikro keuchen und dann schnell auf die Bühne hüpfen. Nein. Ganz anders. Meist finden wir uns zirka eineinhalb Stunden vor dem Auftritt ein. Es gilt, die Bühne, den Ton, das Licht zu checken und sich zu akklimatisieren. Die Zeit bis zum Auftritt selbst gestalten wir beide sehr unterschiedlich. Während der Mann nebenan versucht, sämtliche Sportergebnisse dieser Welt einzufangen (siehe Bild oben, da war schwieriger Netzempfang, daher hielt er sich vorwiegend am Fenster auf) und auswendig zu lernen versucht, isst Gnä Kuhn gerne. Die Veranstalter reichen meist Snacks oder Brötchen - und auch wenn sie jedes Mal sagt: "Nein, heute hau ich mir keine belegten Brote in die Figur", wird es keine 10 Minuten dauern, bis der erste Bissen getan ist.

 

Er wiederum, normalerweise Alles- und Vielesser, mag vor dem Auftritt gar nichts essen. Lieber trinkt er ein kleines Bier. Beide fotografieren wir viel  - uns selbst natürlich (siehe Bild ganz oben, das zeigt, wie tückisch es sein kann, sein eigenes Spiegelbild zu fotografieren), in allen möglichen Varianten. Backstage-Bereiche sind dermaßen unterschiedlich und oft so kurios, dass man eigentlich ein Buch darüber schreiben könnte. Alles immer anders: Geruch, Ambiente, Temperatur.  Im Bauch eines Theaters kann es unglaublich überheizt sein, aber auch (öfter) eiskalt. Deshalb schleppt sie mittlerweile Garderobe für alle Fälle mit - Schals, Stiefel, Socken. Man weiß ja nie.

 

Auch interessant: Wir reden wenig. Jeder tut irgendwas vor sich hin. Knapp vor dem Auftritt geht er gerne auf und ab und murmelt herum. Sie wiederum schaut Löcher in die Luft und isst, so vorhanden, noch schnell was Süßes.  Jedenfalls ist das Leben im Backstage-Bereich immer eine Art Zwischen-Leben im Wartezimmer. Aber dann irgendwann geht's endlich los. Und das ist immer ein sehr spezieller Moment, als aufregendster des Abends, stets mit Herzklopfen verbunden. Dennoch wunderwunderbar. Wir beide sind dankbar, das erleben zu dürfen.

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Kommentare: 2
  • #2

    Gabriele K/Gnä Kuhn (Mittwoch, 28 Februar 2018 10:25)

    Vielen lieben Dank für Ihren Kommentar! Schön, dass Sie das so empfinden. Gelegenheiten, uns live zu sehen, gibt es ja ausreichend, Termine finden Sie hier auf der Seite. Es wird den richtigen Zeitpunkt für Sie geben, aber dann :-). Bis dahin alles Liebe, bleiben Sie gesund und fröhlich.

  • #1

    Mathilde (Mittwoch, 28 Februar 2018 10:15)

    Ich selbst habe es noch nie zu einer Aufführung geschafft, freue und warte immer sehr gespannt auf den Sonntag-KURIER und sammle Ihre Artikel - ich liebe diese , weil sie so echt und unverfälscht sind. Und ich hoffe, es gibt sie noch sehr lange und vor allem hoffe ich, dass ich Sie beide auch einmal LIVE erleben kann. bis dahin viel Glück und Freude.


Mannsbilder - das Solo-Programm von Michael Hufnagl

Das Solo-Programm über das Phänomen Mann

Vier Jahre lang habe ich für das Magazin "Woman" die Kolumne "Mannsbilder" geschrieben. Dabei habe ich mich leidenschaftlich bemüht, in witzig-bösen und gleichzeitig charmant-selbstironischen Texten die sonderbare Gedankenwelt der Männer zu erfassen, und wie sich das Phänomen Frau für sie darstellt. Meine Idee dabei: Die Menschen sollten sich ertappt fühlen und lachend wiedererkennen. Jetzt habe ich meine vielen Beobachtungen zu einem neuen Bühnenabenteuer gestaltet, und ich lade für diesen „Abend mit einem Mannsbild“ das Publikum in einem 100-Minuten-Programm zu einem scharfsinnigen, sprachakrobatischen und ganz sicher lustigen Rendezvous.

 

 

Termine:

6. April 2017, 20h, Stadtgalerie Mödling, 

19. und 20. Mai, 20h, Klosterneuburg, Kellertheater Wilheringerhof

18. Mai, 19.30, Wien, Studio Akzent